34.1 Geldpolitik bei fixen Wechselkursen

Bei fixen Wechselkursen ändert eine Expansion der heimischen Kreditmenge (expansive Geldpolitik) mittelfristig nichts außer der Zusammensetzung der Geldmenge. Jede Änderung der Inlandskredite wird letzlich über den Devisenmarkt durch eine entgegengesetzte Änderung der Devisenreserven ausgeglichen. Wird nach einer Erhöhung des inländischen Kreditagebotes DC und damit auch Ms, die Rückkehr der Geldmenge Ms zum Gleichgewichtsniveau initiiert, so spricht man von Sterilisierung. Der Zwang, den Wechselkurs stabil zu halten, führt letztlich zu einer zwangsweisen Sterilisierung, jeder geldpolitischen Maßnahme, die nicht auf den Ausgleich anderer Schocks beruht. Die folgende Graphik veranschaulicht dieses Problem.

Der Schieberegler ermöglicht es, eine geldpolitische Maßnahme darzustellen. Im Falle expansiver Geldpolitik heißt dies, dass das Geldangebot erhöht wird und die Zinsen sinken um das erhöhte Geldangebot am Markt abzusetzen. Somit verschiebt sich die Geldnachfragekurve (mittlerer Graph) nach oben. Bei flexiblen Wechselkursen würde sich der Wechselkurs kurzfristig durch Abwertung nach S1 anpassen und das Preisniveau steigen. Um den fixen Wechselkurs zu halten muss die Notenbank dem Abwertungsdruck entgegenwirken. Dies kann sie im Modell nur durch eine Devisenmarktintervention, d.h. sie verkauft Devisenreserven gegen eigenes Geld um so das Angebot an eigener Währung zu verknappen (Geld in der Zentralbankbilanz ist dem normalen Wirtschaftskreislauf entzogen) und den Preis (=Wechselkurs) stabil zu halten. Dabei nehem die Devisenreserven ab. Sind diese bei 0 kann die Regierung die Währung nicht mehr stützen und das Fixkurseregime bricht zusammen.

Möchte man (aus wirtschaftspolitischen Gründen) die Geldmenge trotzdem erhöht halten, so muss der Devisenabfluss laufend durch dauerndes Drucken von Geld ausgeglichen werden. Es entsteht ein fortwährendes (wachsendes), instabiles Ungleichgewicht bei laufendem Verlust von Devisenreserven. Wird das Verhältnis von Ungleichgewicht und Reserven zu ungünstig, so kommt es zur Währungskrise. Expansive Geldpolitik funktioniert, wenn überhaupt, nur kurzfristig.


(c) by Christian Bauer
Prof. Dr. Christian Bauer
Lehrstuhl für monetäre Ökonomik
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