8.6 Inferiore Güter


Es gibt auch Güter, bei denen ein Einkommensanstieg dazu führt, dass der Haushalt weniger von diesem Gut konsumiert. Solche Güter werden inferiore Güter genannt und dieser Fall ist in der hier gegebenen Graphik dargestellt. Wir nehmen nun also an, Gut1 sei ein inferiores Gut und Gut2 ein normales Gut. Die Präferenzen des Haushalts sind wieder durch die Lage und Form der Indifferenzkurven gegeben. Was passiert wenn wir jetzt das Einkommen des Haushalts erhöhen? Durch den Einkommensanstieg verschiebt sich die Budgetgerade nach außen und der Konsument wählt ein neues Optimum dort wo die höchstmöglich erreichbare Indifferenzkurve die Budgetgerade tangiert. Wie wir aber an dem orangen Pfeilen ablesen können, wird im neuen Optimum zwar mehr Gut2, aber weniger Gut1 konsumiert. Dies liegt wie schon erwähnt an der Form und Lage der Indifferenzkurven. Denn in diesem Fall bilden diese die Präferenzordnung unter der Annahme Gut1 sei ein inferiores Gut ab. Ein Einkommensanstieg führt also zu einem Konsumrückgang bei Gut1. In der Realität sind die meisten Güter normale Güter, aber der Fall der inferioren Güter ist doch nicht so selten wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Beispiele dafür sind etwa Margarine, die bei gestiegenem Einkommen häufig durch Butter ersetzt und somit weniger nachgefragt wird, oder Busfahrten, die entfallen wenn man sich ein Auto leisten kann, mithin wenn Güter durch höherwertige ersetzt werden. Der Fall eines Einkommensrückgang verhält sich dann natürlicherweise wieder analog: wenn das Einkommen sinkt, wird wieder mehr Gut1 konsumiert.


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Prof. Dr. Christian Bauer
Lehrstuhl für monetäre Ökonomik
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