8.5 Einkommensänderung


In den vorangegangenen Abschnitten haben wir hergeleitet, wie der Haushalt seine Konsumentscheidung trifft. In den nun folgenden Abschnitten wollen wir beobachten, was passiert, wenn sich das Einkommen des Haushalts oder die Güterpreise ändern. Wenden wir uns zunächst einer Änderung des Einkommens zu. Erhöht sich beispielsweise das Einkommen, so kann sich der Haushalt mehr von beiden Gütern leisten, die Menge der konsumierbaren Güterkombinationen nimmt also zu. Dies sehen wir wenn wir den Regler für das Einkommen nach oben verschieben. Die entstehende grüne Fläche zeigt die Menge aller Güterbündel, die durch die

Einkommenserhöhung zusätzlich erworben werden können. Da sich durch die Erhöhung des Einkommens an den vom Markt her gegebenen Preisen nichts ändert, behält die Budgetgerade ihre Steigung bei. Die neue Budgetbeschränkung entsteht also durch eine Parallelverschiebung der ursprünglichen Budgetbeschränkung. Nun kann der Konsument höher liegende Indifferenzkurven erreichen und wählt wiederum ein Optimum auf der am höchsten liegenden gerade noch erreichbaren Indifferenzkurve. In der Graphik sieht man dies durch die Verschiebung des neuen Optimums nach außen, weg vom ursprünglichen Optimum. In unserem Beispiel wählt der Haushalt ein Optimum, bei dem er sowohl mehr Gut1 als auch mehr Gut2 konsumiert (orange Pfeile). Dies ist von vornherein so nicht zwingend, denn ein Einkommensanstieg muss nicht zwangsläufig zu Mehrkonsum beider Güter führen. Güter allerdings bei denen ein Einkommensanstieg zu Mehrkonsum führt, werden normale Güter genannt und sind der übliche Fall. In unserem Beispiel wird also angenommen, Gut2 und Gut1 seien normale Güter, bedingt durch den Verlauf der Indifferenzkurven. Bei einem Einkommensrückgang verhält es sich analog: Die Budgetbeschränkung wird nach unten verschoben, die Menge an konsumierbaren Gütern sinkt. Der Verlust an möglichen Konsumbündeln wird durch die rote Fläche dargestellt. Alles in allem führt ein Einkommensrückgang bei normalen Gütern also zu weniger Konsum dieser beiden Güter.


(c) by Christian Bauer
Prof. Dr. Christian Bauer
Lehrstuhl für monetäre Ökonomik
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