Kapitel 31
Inflation im Ausland

Gerade wenn wir Wechselkursveränderungen zwischen Entwicklungsländern untersuchen wollen, können die Unterschiede in den Inflationsraten eine große Rolle spielen. Zumeist haben Entwicklungsländer eine strukturell höhere Inflationsrate als Industrieländer (vgl. z.B. Balassa-Samuelson Effekt). Außerdem kommen Hoch- oder Hyperinflationsphasen und unerwartete Inflationsschübe (Schocks) in Entwicklungsländern viel häufiger vor.

In der unten stehenden Graphik lassen sich nun die Effekte eines solchen Inflationsschocks ablesen. Der Regler stellt dabei einen Idex für die Inflation im Ausland relativ zu der im Inland her. Hoch bedeutet dabei, dass die Inflation im Ausland höher ist als im Inland π* > π. Niedrig bedeutet, dass die Inflation im Ausland geringer ist als im Inland π* > π. Der Index bezeichnet dabei nicht ein Differenz in %, sondern ist eine nicht näher spezifizierte Skala.

Ist die Inflation im Ausland höher als im Inland, so sollte sich aufgrund der Kaufkraftparitätentheorie eine Aufwertung der heimischen Währung ergeben. Die Devisenmärkte reagieren sehr schnell und der Wechselkurs passt sich an das neue Gleichgewicht an, noch bevor die Gütermärkte oder Preise reagieren. Mitunter fällt die Reaktion der Devisenmärkte sogar so heftig aus, dass die Wechselkurse überschießen.


(c) by Christian Bauer
Prof. Dr. Christian Bauer
Lehrstuhl für monetäre Ökonomik
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